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In der Zeitschrift „Hörakustik“ vom Juli 2017 erschien ein Interview mit PD Dr. Dr. h. c. Andreas Schapowal zum Thema Tinnitus.

   
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16. September 2017
Herbsttagung in Zürich

   
   
   
   
   
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
 
  Unbenanntes Dokument
Tinnitus
 
Ich habe Tinnitus – was kann ich tun?
Jeder langdauernde Tinnitus erfordert eine gründliche ärztliche Abklärung. In den wenigsten Fällen ergibt diese eine organische Tinnitus-Ursache, aber alle seltenen schwerwiegenden Ursachen müssen ausgeschlossen werden. Es ist für Sie wichtig zu wissen, dass der Tinnitus kein Anzeichen einer bedrohlichen Krankheit ist.
 
Ist Tinnitus heilbar?
Akuter Tinnitus kann sich von selbst wieder zurückbilden. Erfolgt eine in kurzer Frist beginnende Behandlung, soll die Heilungschance um etwa 20% erhöht sein.
Dauerhafte Heilung eines chronischen Tinnitus im Sinne eines Ausschaltens des Tinnitus ist bisher nicht möglich – weder durch Medikamente, noch durch eine Operation oder alternative Heilverfahren, z.B. Akupunktur. Die Alternative dazu ist die Tinnitus-Bewältigung, durch die Sie mit Ihrem Tinnitus wieder Freude am Leben finden können.
 
Kann der Tinnitus im Laufe der Zeit lauter werden?
Nein. Die Lautheit des Tinnitus liegt immer zwischen 5 und 15 Dezibel über der Hörschwelle des Betroffenen. Bestimmte Verstärker können das Ohrgeräusch in der subjektiven Wahrnehmung lauter erscheinen lassen. Dazu gehören: negativer Stress, Müdigkeit, Lärm, Rückenbeschwerden, Kiefergelenksbeschwerden.
 
Was bedeutet Hyperakusis?
Reagiert jemand schon auf relativ leise Geräusche überempfindlich, spricht man von Hyperakusis. Sie entsteht wie der Tinnitus durch Störungen bei der zentralen Verarbeitung von Schallsignalen. Die als zu laut empfundenen Geräusche rufen vegetative Symptome hervor: Herzjagen, Schweißausbruch, Panik, Angst. Eventuell vorhandene Ohrgeräusche können dabei kurzzeitig verstärkt werden.
 
Was ist Tinnitus?
Tinnitus (Ohrgeräusche) ist eine akustische Wahrnehmung ohne äußere Schallquelle. Man unterscheidet zwischen - objektivem Tinnitus – die Schallquelle (z.B. Blutfluss bei Gefässanomalie) ist innerhalb des Körpers   und - subjektivem Tinnitus – nur der Betroffenen kann die Ohrgeräusche wahrnehmen, da es keine Schallquelle gibt.
 
Was ist zu tun bei akutem Tinnitus?
Bewahren Sie Ruhe und schlafen Sie erst einmal aus. Ist der Tinnitus am nächsten Morgen noch vorhanden, sollten Sie sich so schnell wie möglich bei Ihrem Haus- oder ORL-Arzt vorstellen.
Nach derzeitigen Erkenntnissen wird ein akuter Tinnitus wie ein Hörsturz behandelt werden.
Sinnvoll ist es, den Heilungsprozess durch Ruhe und Entspannung zu unterstützen.
Ausserdem wird Ihr ORL-Arzt eine Diagnostik einleiten.
 
Was ist zu tun bei chronischem Tinnitus?
Bildet sich der akute Tinnitus nicht zurück, spricht man von chronischem Tinnitus. 90% der Tinnitus-Betroffenen können mit Ihrem Tinnitus gut leben. Eine Behandlung ist nicht notwendig.
Erst wenn Ihr Ohrgeräusch Ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtig, ist eine Behandlung im Sinne einer individuellen Tinnitus-Bewältigung notwendig. Ziel ist, mit Ihrem Tinnitus Ihr Leben in Beruf und Familie wieder geniessen zu können.
Durch Aufklärung und Selbsthilfe verliert der Tinnitus an Wirkung. Die Selbsthilfegruppen der STL und Behandlungsteams aus ORL-Arzt, Psychotherapeuten, Hörtherapeuten und Hörgeräteakustikern unterstützen Sie dabei.
Adressen erfahren Sie bei der STL.
 
Was sind die Ursachen für Tinnitus?
Die Ursachen der subjektiven Ohrgeräusche sind noch unbekannt. Tinnitus kann durch ständige oder plötzliche Lärmeinwirkung, durch einen Hörsturz, Viruserkrankungen oder einen Morbus Ménière ausgelöst werden.  Häufig ist Stress Auslöser für einen Tinnitus. Selten ist Tinnitus Symptom für eine organische Störung der zentralen Hörbahn. Probleme mit der Halswirbelsäule oder im Zahn-Kiefer-Bereich können auslösende oder verstärkende Ursachen sein.
 
Wie finden Sie heraus, welche Behandlung oder welches Hilfsmittel für Sie das Richtige ist?
Versuchen Sie nicht, von Arzt zu Arzt und von Therapeut zu Therapeut zu wandern, in der Hoffnung vielleicht doch noch jemanden zu finden, welcher Ihnen den Tinnitus wegnimmt. Kein Tinnitus ist gleich wie der andere. Darum gibt es keine schematische Behandlung, schon gar nicht ein generell tinnituswirksames Medikament. Von den unzähligen vorgeschlagenen Behandlungsmethoden gibt es zwar einzelne Erfolgsberichte, aber keine ärztliche oder nicht-ärztliche Behandlungsmethode darf für sich in Anspruch nehmen, für alle Tinnitus-Kranken wirksam zu sein.
 
Wie wird eine Hyperakusis behandelt?
Die Behandlung erfolgt wie beim chronischen  Tinnitus als Bewältigungstherapie – mit einem Unterschied: Geräusche, etwa bei der Einstellung von Rauschgeneratoren oder bei der Hörtherapie, werden viel vorsichtiger dosiert. Einen Gehörschutz sollte der Patient allerdings nur bei Lärm benutzen.
Schon nach wenigen Monaten können sich die meisten Betroffenen wieder den normalen Umweltgeräuschen aussetzen und sogar ein Konzert besuchen.